911T Targa

Der Porsche 911 der Modelljahre 1964 bis 1973
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911T Targa

Beitragvon Rookie » Fr 18. Aug 2017, 18:29

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und schicke mich an, etwas verrücktes zu tun: ich will mir einen Traum erfüllen und einen 911er F-Modell Targa kaufen.

Jetzt bin ich auf ein Auto gestoßen, das sehr sehr schön ist, tip top restauriert wurde (lt Dekra Vollgutachten 2+), aber nicht wirklich Original ist:
Wir sprechen über einen 911T von 1973, aber:
- Motor nicht matching, aber aus dem Baujahr, und beim Neuaufbau von 2,2 auf 2,4 Liter verändert
- in schiefergrau neu lackiert (nicht dem BJ entsprechend, aber sehr, sehr schön)
- Sitze, Armaturenbrett und Türen neu mit Leder in Anthrazit bezogen
- Porsche Classic Radio mit Navi (!?)

Wird günstiger als ein vergleichbares matching numbers-Fahrzeug angeboten, ist aber aktuell natürlich immer noch recht teuer. Kann man sowas guten gewissens kaufen, oder binde ich mir hier ein Problem ans Bein? Wenn auch ein echt extrem schönes...

Danke für Eure Meinung.

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Wolfgang
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Re: 911T Targa

Beitragvon Wolfgang » Sa 19. Aug 2017, 12:58

Hallo,

Originalität bis hin zur letzten Schraube in Verbindung mit Matching Numbers von Motor und Getriebe sind bei über 40 Jahre alten Fahrzeugen wohl eher Eigenschaften von "Museumsstücken", welche die letzten Jahrzehnte keine Straße mehr gesehen haben und auch ohne größeren Aufwand keine Straße mehr sehen werden.

Und gerade diese "Museumsstücke" werden aufgrund vermeintlicher Geldanlagen in Zeiten der aktuellen Tiefzinspolitik gesucht und eben auch in Relation zum Gegenwert zu fantasievollen Preisen angeboten.

Sucht man in der heutigen Zeit ein Porsche F-Modell der letzen Jahre, um sich einen Wunsch zu erfüllen und das Fahrzeug auch auf der Straße zu "erfahren" - wie lange dies überhaupt noch möglich sein wird, weiss niemand -, dann ist meines Erachtens die Frage nach Matching Numbers und der Originallackierung eher nachrangig.

Wesentlich sollte der zeitgemässe Gesamteindruck des Fahrzeugs sein, was ja auch bei der Anerkennung zum Oldtimer eine wesentliche Rolle spielt.

Ein 911 T aus 1973 in schiefergrau passt in die F-Modellreihe und hatten die nicht sowieso zum Ende der Baureihe einen 2.4 Liter-Motor.

Ein Vollgutachten (nach längerer Standzeit oder Restaurierung) in Verbindung mit einer Bewertungsnote ist sicher hilfreich, macht jedoch keine Aussage über die Laufzeit und den Zustand des Motors und des Getriebs oder den Zustand z.B. der Schwellerhohlräume bei einem 911, der 1973 noch nicht vollverzinkt wurde.

Hier sollten ausführliche und bebilderte Dokumentationen einer Restaurierung selbstverständlich sein.

Im Hinterkopf spielt natürlich auch immer der Gedanke nach der künftigen Wertsteigerung eine nicht unerhebliche Rolle.

Vor 15 Jahren konnte man einen sehr guten 73er 911 T für ca. 40.000,- EUR kaufen und für 40.000,- EUR vollrestaurieren.

2017 wird für ein vergleichbares Fahrzeug 100.000,- EUR aufgerufen und die Vollrestaurierung kostet über 100.000,- EUR.

Ich denke, dass das Ende der Fahnenstange weitgehend erreicht ist und auch generell das Interesse an diesen Fahrzeugen unabhängig von den Fahrzeugfabrikaten auch aufgrund des sich generell verändernden Status von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr rückläufig sein wird.

Ob man sich generell mit dem Kauf eines alten 911er "ein Problem ans Bein bindet" kann nur jeder selbst für sich entscheiden.

Für einen richtigen 911er Fan wird das neue Familienmitglied jedoch einen nicht unerheblichen Aufwand an Zeit und Aufmerksamkeit für sich beanspruchen.

Grüße Wolfgang

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Re: 911T Targa

Beitragvon Rookie » Sa 19. Aug 2017, 15:39

Hallo Wolfgang,

Danke für Deine Meinung! Na ja, ich muss zugeben, mit dem "and Bein binden" habe ich vielleicht etwas übertrieben.

Lt Fotodoku sind die Schweller neu gemacht und die Karosserie auch auf einer Richtbank wieder zusammengesetzt worden. Sieht für mich als Laien sehr professionell aus. Auch der Motor wurde komplett neu gemacht. Das Gutachten hat der Händler von der Dekra anfertigen lassen. Lohnt dann überhaupt noch ein eigenes?

Je länger ich darüber nachdenke, desto schwächer werde ich...

Danke,

Thomas


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